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Bernhard Schlueter
17.12.2004, 08:35
Das Wettrudern
Es begab sich, dass ein deutsches Finanzamt ein jährliches Wettrudern mit einem schwedischen Finanzamt verabredete. Das erste Rennen sollte mit einem Achter auf dem Oder-Spree-Kanal ausgetragen werden.
Beide Mannschaften trainierten lange, doch die Schweden gewannen das Rennen mit einem Vorsprung
von einem Kilometer. Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen und die
oberste Verwaltungsspitze entschied, dass der Grund für diese Niederlage unbedingt herausgefunden werden musste.
Eine Projektgruppe unter Führung einer Projektleitungsgruppe wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen. Nach langen Ermittlungen fand man heraus, dass bei den Schweden acht Leute ruderten und ein Man steuerte, während bei der deutschen Mannschaft ein Mann ruderte und acht Mann steuerten.
Die oberste Verwaltungsspitze engagierte sofort eine Beratungsfirma, die eine Studie über die Struktur der deutschen Mannschaft anfertigen sollte. Die kam zu dem Schluss, dass zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten. Um einer weiteren Niederlage vorzubeugen, wurde die Mannschaftsstruktur geändert. Es gab jetzt ein Steuerungsteam mit vier Steuerleuten, drei Obersteuerleuten, einem Steuerungsdirektor und einem Ruderer. Parallel zu den Steuerleuten wurde zusätzlich die Stelle eines Steuerungscontrollers eingerichtet, der die Aufgabe hatte, die geplante mit der tatsächlichen Ruderrichtung abzugleichen und der obersten Verwaltungsspitze bei Abweichungen Bericht zu erstatten. Außerdem wurde für den Ruderer ein Leistungs-bewertungssystem eingeführt, um ihm mehr Ansporn zu geben.
Im nächsten Jahr gewannen die Schweden mit zwei Kilometern Vorsprung. Der Ruderer des deutschen Teams wurde entlassen. Über den Verbleib der Verwaltungsspitze ist nichts bekannt